Im Norden Italiens liegt eine der bekanntesten Städte des Landes: Verona. Weltberühmt für seine Opernfestspiele, die in einem riesigen Amphitheater unter freiem Himmel stattfinden, zieht der Ort in den Sommermonaten Scharen von Touristen in die Stadt. Auch wegen den vielen (architektonischen) Denkmälern und Kunstschätzen ist Verona ein beliebtes Reiseziel.

Verona – La Piccola Roma

Bereits die malerische Lage in der gleichnamigen Provinz macht Verona einzigartig. Die Stadt wurde zu beiden Seiten der aus den Alpen kommenden Etsch erbaut, die dann in die Oberitalienische Tiefebene eintritt. Nordwestlich von Verona befindet sich der Gardasee, der ohnehin zu einer der meistbesuchten Urlaubsregionen der Deutschen zählt.
Das Zentrum Veronas liegt auf einer Halbinsel, die von der Etsch umflossen wird. Von hier führen 10 Brücken zu den Stadtvierteln am linken Ufer.

Die Provinzhauptstadt erlangte einige Jahrzehnte n. Chr. unter den Römern große Bedeutung. Das Amphitheater und zahlreiche weitere Baudenkmäler sind ebenso Zeuge davon wie die einst mächtigen Stadtmauern im Bereich der Etschschleife. Neben den Römern erkannten auch die Venezianer und Österreicher die strategisch wichtige Lage Veronas und bauten die Stadt weiter als Festung aus. Teilweise ist der Verlauf der Mauern noch zu erkennen.

Das Prunkstück von Verona ist die stimmungsvolle Altstadt, deren weite Plätze von prachtvollen Bauwerken aus verschiedenen Epochen wie der Romanik, Gotik und Renaissance gesäumt werden. Durchzogen wird diese von mehreren eleganten Einkaufsstraßen mit noblen Schuh- und Modegeschäften, die Käufer aus der gesamten Umgebung anziehen.
Die wahrscheinlich größte Bekanntheit erlangte Verona allerdings als Schauplatz der tragischen Liebesgeschichte „Romeo und Julia“ von Shakespeare. Das Haus der Julia, ein städtisches Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert, ist einer der romantischsten und beliebtesten Orte Veronas.

Sehenswürdigkeiten in Verona

Karte der wichtigsten Attraktionen


Piazza Bra und Arena von Verona

Am sinnvollsten ist es, einen Stadtrundgang an der Piazza Bra zu beginnen, in deren Zentrum sich die Arena befindet. Man betritt den lebhaften Platz aus Richtung Süden durch die imposante Portoni della Bra. Das doppelbogige Stadttor besitzt einen Turm, den die Visconti Familie um 1400 hinzufügen ließ.

Umrahmt wird die Piazza vom Veroneser Rathaus sowie mehreren Palästen mit hübschen Fresken und Balkonen aus dem 16. Bis 18.  Jahrhundert. Natürlich befindet sich hier auch eine Vielzahl eleganter Cafés und Restaurants.

Das römische Amphitheater wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Nach dem Kolosseum und der Arena in Capua war es das drittgrößte Bauwerk für Gladiatorenkämpfe und andere römische Spiele. Die ellipsenförmige Innenfläche misst stolze 138 m x 109 m und bietet Platz für 15.000 Zuschauer auf 45 Stufenreihen, die eine Höhe von 45 cm besitzen.

Nach dem Untergang des Römischen Reichs wurde die Arena im Mittelalter durch Erdbeben beschädigt und diente unter anderem als Steinbruch, Festung und Hinrichtungsstätte. Sogar Ritterturniere wurden ausgetragen.
Anlässlich des 100. Geburtstags von Giuseppe Verdi wurden 1913 schließlich erstmals die Opernfestspiele im Ampitheater von Verona ausgetragen. Diese finden bis heute jährlich zwischen Juni und September statt. Wer den italienischen Prunk und Flair einmal so richtig auskosten möchte, sollte sich auf jeden Fall Tickets für die Festspiele sichern!

Öffnungszeiten: Montag 13:30-19:30 Uhr, Dienstag bis Sonntag 8:30-19:30 | während der Festspiele 8:00-15:30 Uhr
Eintritt: 10€, ermäßigt 7,50€, Kinder bis 7 Jahre kostenlos und bis 14 Jahre 1€

Tickets für die Arena*

Piazza delle Erbe und Piazza die Signori

Das Zentrum der Altstadt von Verona bildet die langgestreckte, malerische Piazza delle Erbe. Bereits zur Römerzeit war der Platz ein bedeutender Treffpunkt der Bürger, auf dem auch politische Debatten abgehalten wurden. Der Capitello in der Mitte, ein baldachingekröntes Podest aus dem 16. Jahrhundert, diente dazu, dem Volk wichtige Neuigkeiten und Entscheidungen mitzuteilen. Die Marmorsäule mit dem Markuslöwen am Nordende der Piazza stammt noch aus der venezianischen Zeit.

Fast täglich sind an diesem Ort Marktstände aufgebaut, während zahlreiche Cafés und Restaurants zum Verweilen einladen. Historische Fassaden monumentaler Gebäude wie dem barocken Palazzo Maffei oder Palazzo della Ragione säumen den Platz. In Letzterem tagten lange Zeit über die höchsten Gremien der Stadt.

Überragt wird die Piazza delle Erbe von dem 84 Meter hohen Torre dei Lamberti. 368 Stufen führen zur Aussichtsplattform hinauf, wahlweise kann man auch einen Aufzug nehmen, der den größten Teil des Aufstiegs übernimmt. Wie man sich vorstellen kann, hat man von oben einen atemberaubenden Blick auf Verona.

Flüge nach Verona

Hotels in Verona

Ausblick vom Torre dei Lamberti

Der Eintritt kostet 8€, da im Ticket zusätzlich eine Besichtigung der Gemäldegalerie enthalten ist. Da diese montags aber geschlossen hat, kostet die Karte an diesem Tag nur 5€. Geöffnet hat der Turm täglich, die Kernzeit liegt zwischen 11:00 und 18:00 Uhr.

Urlaubsliebhaber-Tipp: Shoppingliebhaber werden auf der Via Mazzini und ihren Nebenstraßen glücklich. Hier haben sich viele italienische Boutiquen und teure Markengeschäfte wie Prada, Armani und Prada angesiedelt – ein kleiner Bummel lohnt sich auf jeden Fall.

Über einen Torbogen erreicht man anschließend die nahegelegene Piazza dei Signori, die von mehreren Palästen umstanden wird und etwas ruhiger ist als ihr Nachbar. Die Straßenzugänge zum Platz sind alle von großen Bögen, die die Palazzi entsprechend miteinander verbinden. In der Mitte der Piazza steht eine Statue von Dante Alighieri, erwähnenswert sind zudem der Palazzo dei Tribunali und die Loggia. Gerade im Dunkeln sollte man unbedingt seinen Fotoapparat hierhin mitbringen!

Kirchen und Museen in Verona

Zu einem Stadtrundgang gehört in der Regel auch ein Besuch von mindestens einer wichtigen Kirche dazu. Im Zuge dessen bietet sich die Kathedrale von Verona nahe dem südlichen Etschufer an.
Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und kann für einen geringen Eintrittspreis besichtigt werden. Der Duomo repräsentiert gleich mehrere Architekturstile, die auf eine bewegte Geschichte hinweisen. Sehenswert sind unter anderem die schönen Fresken und Skulpturen sowie die roten Säulen aus Veroneser Marmor.

Die Veroneser Kathedrale | https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Duomo_(Verona)_-_Facades.jpg / Didier Descouens

Zu den bedeutendsten Kirchen Veronas gehört ebenfalls die San Zeno Maggiore. Sie ist ein monumentales Exemplar romanischer Architektur und trägt seit den 70-er Jahren sogar den Titel einer Basilica minor. Die Kirche liegt etwas weiter westlich abseits des Touristentrubels und beeindruckt nicht zuletzt durch das große vordere Rundfenster, den mächtigen Campanile und den pittoresken Kreuzgang.
Einen Besuch wert ist außerdem die Sant‘ Anastasia, die größte gotische Kirche Veronas.

An der Ponte Scaligero etwas weiter östlich wiederum gelangt man zum Museo di Castelvecchio. Die frühere Burganlage aus dem 14. Jahrhundert hatte schon mehrere Funktionen inne, beispielsweise nutzten sie die Venezianer als Festung. Heute ist hier ein Kunstmuseum untergebracht, das die Arbeiten von Veroneser Malern und Bildhauern vom 12. bis 17. Jahrhundert zeigt.

Das Museo Archeologico al Teatro Romano vermittelt anhand archäologischer Funde einen exzellenten Eindruck über Verona im Römischen Reich. Im Sommer finden in dem Theater regelmäßig Konzerte und andere Aufführungen statt.

Ausblick von der Ponte Pietra

Urlaubsliebhaber-Tipp: Gerade bei Sonnenuntergang kann man in Verona wunderschöne Bilder machen. Perfekt dafür geeignet ist beispielsweise die Ponte Pietra, von der man einen grandiosen Blick auf die Etsch und das gleichnamige Castel hat. Manchmal findet auf der Brücke sogar Klaviermusik statt. In der Nähe gibt es Dutzende gute Gelegenheiten zum Essen gehen.

Romeo und Julia

Bei einer Reise nach Verona darf man auf keinen Fall den Besuch der Casa di Giulietta auslassen. Schließlich ist Verona die Stadt, in der Romeo und Julia vor etwa 700 Jahren ihre junge und leidenschaftliche Liebe lebten, die jedoch nur wenige Tage andauerte.
Auch wenn William Shakespeare diese Geschichte nicht komplett erfunden hat, machte er sie dennoch zur wahrscheinlich bekanntesten Tragödie auf der ganzen Welt.

So ist der Ort heute eine riesige Touristenattraktion, vor allem für Verliebte aus aller Welt, die sich ewige Treue schwören. Ein Bild mit der Julia Skulptur von Nereo Costantini im Innenhof gehört ebenso zur Pflicht mit dazu wie einmal als Julia auf dem legendären Balkon zu stehen und sich ablichten zu lassen.
Das Haus der Julia, ein Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, stellt die Lebensverhältnisse der Adligen des Mittelalters sehr anschaulich dar. Über den roten Briefkasten kann man „Julia“ seinen eigenen Liebeskummer sogar schriftlich mitteilen. Per Post reicht die Anschrift Julia – Verona – Italia.

Öffnungszeiten: Montag 13:30-19:30 Uhr | Dienstag bis Sonntag 8:30-19:30 Uhr
Eintritt: 6€, ermäßigt 4,50€ (Gruppen mind. 15 Personen, Studenten, Senioren)

Urlaubsliebhaber-Tipp: Viele Städte bieten heutzutage eine eigene Welcome Card, von denen manche das Geld wert sind, manche aber auch nicht. Bei der Verona Card lohnt sich ein Kauf aber ganz besonders: Unter anderem sind das Haus und Grabmal der Julia, das Amphitheater, die Kathedrale und der Torre dei Lamberti kostenlos zugänglich. Auf mehrere weitere Attraktionen erhält man Rabatt, außerdem ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel umsonst.

Welcome Card

Auf nach Verona!

 

Urlaubsliebhaber-Fazit

Verona ist eine wunderschöne mittelalterliche Stadt. Vor allem die vielen gut erhaltenen Sehenswürdigkeiten haben uns gut gefallen, ebenso die Lage am Gardasee. Ein Städtetrip nach Verona lohnt sich also allemal!

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