Im Herzen von Breslau befindet sich mit dem Rynek einer der schönsten Marktplätze Europas, der nunmehr seit etwa 800 Jahren den Lebensrhythmus der Stadt bestimmt. Mit einer Größe von 175 x 207 Metern ist er gleichzeitig der zweitgrößte mittelalterliche Marktplatz Polens. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Große Ring großflächig restauriert und ist ein Hauptgrund dafür, warum Breslau 2016 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wurde.

Umgeben wird der Rynek von kunstvoll gestalteten Bürgerhäusern aller Stilrichtungen, in deren Erdgeschossen Biergärten, Bars, Cafés und Restaurants untergebracht sind. Am 24. Juni findet hier das alljährliche Stadtfest statt, genauso wie Konzerte, Festivals oder Silvesterfeiern. Im Winter wird er sogar zum Eislaufplatz Breslaus umfunktioniert.
Vor allem abends ist der Ring besonders stimmungsvoll, wenn er zusammen mit den umliegenden Kirchen im Scheinwerferlicht erstrahlt und sämtliche Lokale ihre Pforten öffnen.

Etwas gemächlicher geht es auf dem südwestlich angrenzenden Salzmarkt Plac Solny zu, wo stets die Blumenhändler und hin und wieder einige Straßenverkäufer anzutreffen sind. Auch hier gibt es zahlreiche hübsche Häuserfassaden und im Gegensatz zum Rynek ist der Platz nicht autofrei.

Entstehung des Marktplatzes

Bis heute münden Altstadtgassen wie die Schweidnitzer Straße (Świdnica), die Nikolaistraße (Mikołaja) oder die Albrechtstraße (Wita Stwosza) in den Rynek, der bereits im 13. Jahrhundert unter Heinrich I.  von Polen angelegt wurde.
Breslau liegt praktisch genau an der Kreuzung der Bernsteinstraße zwischen der Adria und der Ostsee sowie an der Via Regia zwischen Kiew und Paris. So war die Stadt schon vor Jahrhunderten eine wichtige Handelsmetropole, wo Händler ihre Eisen-, Schmuck- oder Tuchwaren verkauften. Am Rynek und seinen Nebenstraßen werden heute überwiegend Kunsthandwerk, Souvenirs oder Bunzlauer Keramik verkauft.

Die prächtigen Patrizierhäuser am Rynek

Repräsentativ für den Marktplatz sind die wunderschönen Fassaden der Kauf- und Handelshäuser, die letztendlich auch den Reichtum ihrer Besitzer zur Schau stellten. Auch wenn es sich bei den meisten Gebäuden um Rekonstruktionen handelt, tragen sie immer noch ihren historischen Namen, welcher seinen Ursprung meist in dekorativen oder architektonischen Besonderheiten sieht.

Zu den sieben Kurfürsten (2. von links), Zur Goldenen Sonne (4. von links) und das Haus Unter den Greifen (1. von rechts)

Es ist schwer zu sagen, welche Seite des Ryneks die schönste darstellt. Die Westseite trumpft auf jeden Fall mit (mindestens) drei markanten Häusern auf: Das Haus Zu den sieben Kurfürsten überstand den Krieg komplett und zeigt Freskenmalereien von Kaiser Leopold II. sowie den sieben Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.
Das Haus Zur Goldenen Sonne zählt mit seiner prunkvollen barocken Fassade eindeutig zu den schönsten Bauwerken am Rynek, während das Unter den Greifen noch heute das größte Patrizierhaus Breslaus ist und mit dem Pod Gryfami eines der bekanntesten Cafés beherbergt.

Urlaubsliebhaber Tipp: Den schönsten Ausblick auf den Marktplatz erhält man von der nordwestlich angrenzenden Elisabethkirche. Über 200 Stufen führen auf den etwa 90 Meter hohen Turm und ermöglichen so einen fantastischen Blick!

Auf der nördlichen Seite (Naschmarkt) befindet sich mit dem Literatka eine der beliebtesten Bars der Stadt und auch hier finden sich wunderbare Fotomotive, die an eine Reise nach Breslau erinnern. Im Haus Zum Goldenen Hirschen konnte man bis 1990 die älteste Apotheke der Stadt besuchen.

An der östlichen Grüne-Röhr-Seite erheben sich mit dem ehemaligen Handelshaus der Gebrüder Barasch oder dem Haus Zum Goldenen Hund, das erst 1993 rekonstruiert wurde, weitere markante Gebäude. Im Restaurant Bernard lässt es sich abends beispielsweise hervorragend essen.
Die Südseite ist nach dem Haus Zum Goldenen Becher benannt. Im Haus Nummer 14 findet man das Tourismusbüro. Ein Bild vom Denkmal des polnischen Dramatikers Aleksander Fredro gehört für die meisten Besucher ebenfalls dazu.

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Das Breslauer Rathaus

Eines der größten Wahrzeichen von Breslau ist seit jeher das Rathaus. Es vereint auf beeindruckende Weise Unabhängigkeit, Macht, Stolz, Tradition und den Reichtum der Breslauer Bürger. Der spätgotische Bau entstand ab dem Ende des 13. Jahrhunderts und besitzt seit dem 19. Jahrhundert noch den Erweiterungsbau des Neuen Rathauses. Zum gesamten Komplex gehören zusätzlich mehrere Gassen mit Büros, Wohnungen, Geschäften und Restaurants.

Die gotische Fassade des Rathauses mit der astronomischen Uhr, den Skulpturen und Verzierungen gehört zu den schönsten Europas. Sinnbildlich für Breslau sind zudem die Giebel und Fialen, die mittlerweile sogar im modernen Stadtlogo auftauchen.
Ebenso sehenswert sind die repräsentativen Säle wie der Gerichts- oder Fürstensaal, in dem der preußische König Friedrich dem Großen 1741 den schlesischen Ständen den Eid abnahm.

Nicht zu vergessen ist natürlich der Schweidnitzer Keller* an der Südseite, der seit dem Jahre 1273 fast ununterbrochen geöffnet hat und damit die älteste Gaststätte in Polen ist. Falls die unterirdischen Kellergewölbe doch einmal geschlossen haben sollten, können wir genauso das Spiż* empfehlen. Das Restaurant befindet sich ebenfalls im Untergeschoss des Rathauses, serviert unter anderem original schlesische Gerichte und ist die einzige Lokal, das sein Bier wirklich noch vor Ort braut, wie man am riesigen Braukessel erkennen kann.

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