Kaum eine Region in Europa ist bekannter als die Toskana. Wunderbare Landschaften, Weinberge, Zypressenalleen, jahrhundertealte Kunst, Kultur und Architektur, eine edle Küche und sogar Strand und Meer: Durch all diese Dinge zeichnet sich die Toskana aus und man könnte mit Sicherheit noch einiges mehr nennen, um die Schönheit des italienischen Schmuckstücks zu beschreiben.

Die Toskana befindet sich im westlichen Mittel-Italien direkt am Mittelmeer. Im Norden grenzt sie an Ligurien und Emilia-Romagna, im Osten an die Marken und Umbrien sowie im Süden an Latium. Gerade landschaftlich ist die Toskana ein Traum.
Es gibt elegante Berglandschaften, üppige Wälder, kultivierte Gartenlandschaften und Hügellandschaften, die mit Weinbergen geziert sind. Die höchste Erhebung stellt der Monte Prado mit immerhin 2054 Metern dar. Und wie bereits gesagt, kann man an der toskanischen Küste ebenfalls einen Strandurlaub genießen.

Fast nichts ist typischer für die Toskana als Zypressen

Hauptstadt der Region, die in insgesamt 9 Provinzen unterteilt wird, ist Florenz. Zusätzlich zu der Stadt am Arno sind Siena, Prato, Livorno und Pisa weitere bedeutende Städte. Egal ob Groß- oder Kleinstadt, erlebten die meisten in der Renaissance ihre Blütezeit. Beispielsweise kann Florenz als das Zentrum der Renaissance angesehen werden, während in Kleinstädten wie Volterra die Alabasterverarbeitung florierte.

Da sich in den folgenden Jahrhunderten allerdings recht wenig tat in punkto Weiterentwicklung, haben viele Städte heute noch ihren mittelalterlichen Kern erhalten. Für den Tourismus zog diese Stagnation jedenfalls in keiner Weise Nachteile mit sich. Einen genauen Blick auf die einzelnen Highlights der Toskana werfen wir jetzt.

Die verschiedenen Teile der Toskana


Toskana Karte

Nordtoskana


Den Mittelpunkt des Nordens stellt ohne Frage die Stadt Florenz dar. Auch wenn die toskanische Hauptstadt mittlerweile oft überfüllt ist von Touristen, ist jeder am Ende absolut begeistert von der Fülle an Sehenswürdigkeiten in der Toskana.

Die imposante Kunst und Architektur der Wiege der Renaissance ist immer noch an jeder Ecke zu sehen. Die berühmtesten Attraktionen sind der Florentiner Dom mit dem dazugehörigen Campanile, die Piazza della Signoria und die Ponte Vecchio. Das ist aber noch lange nicht alles, was die Stadt am Arno zu bieten hat, sodass bei einem Toskana-Besuch an Florenz auf jeden Fall kein Weg vorbei führt. Lest euch einfach unseren Artikel zu Florenz durch!


Abgesehen davon finden sich im Umkreis der Renaissancemetropole ebenfalls einige Orte, die einen Abstecher wert sind. Einigen Fußballliebhabern wird mit Sicherheit Empoli ein Begriff sein, etwas nördlich davon befindet sich derweil die kleine Gemeinde Vinci. Der Heimatort von Leonardo da Vinci erweist seinem berühmtesten Sohn speziell mit dem Museo Leonardiano die Ehre. In diesem kann man unter anderem auf Grundlage der Skizzen Leonardos mehrere nachgebaute Erfindungen des Ausnahmetalents bewundern. Dazu zählen, ein Hubschrauber, ein Panzer und eine Flugmaschine!

Wiederum nördlich davon kann man die hinter gut erhaltenen Festungsmauern verborgene Altstadt Pratos besuchen oder an den traditionellen Märkten in Pistoia vorbeischnuppern. Angeschlossen an die beiden Städte ist die Landschaft Mugello. Motorsportfans werden das Gebiet durch den Großen Preis von Italien vielleicht kennen. Wer inmitten unberührter Landschaft wandern gehen möchte, ist im „Vorgarten von Florenz“ jedenfalls genau richtig.

Westtoskana


Die bekannteste Stadt im westlichen Teil der Toskana ist Pisa. Wer kennt ihn nicht, den schiefen Turm von Pisa, der bei einer Fahrt in die Universitätsstadt ohne Zweifel einen Pflichtbesuch darstellt. Er zählt definitiv zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Toskana. Neben diesem Monument gibt es hier aber noch zahlreiche andere interessante Dinge anzuschauen, insbesondere innerhalb des mittelalterlichen Stadtkerns.

Beispielsweise befinden sich neben dem Turm noch der meisterhafte Dom Santa Maria Assunta und das Baptisterium, etwas weiter südlich ist die Piazza dei Cavalieri ein bedeutendes Zeugnis aus der Renaissance.

Die Wahrzeichen von Pisa

Weiter südlich liegt mit Livorno eine wichtige Hafenstadt direkt am Tyrrhenischen Meer. Sie mag nicht zu den bekanntesten Ausflugszielen in der Toskana gehören, allerdings kann man hier den toskanischen Alltag hautnah und voll und ganz miterleben. Nicht zuletzt bildet Livorno den Beginn der Etruskischen Riviera, die bis runter nach Piombino reicht.

Ein Badeurlaub ist bei kilometerlangen Sand- und Kiesstränden in diesem Teil der Toskana auf jeden Fall möglich. Wer jedoch die Ruhe schätzt, sollte außerhalb der Hauptreisezeiten hierher kommen. Landschaftlich ist der Küstenabschnitt äußerst reizvoll, empfehlenswert sind die kleinen, versteckten Buchten an einigen Stellen.


Wer in der Gegend nördlich von Pisa ist, sollte zudem unbedingt Lucca einen Besuch abstatten. Die Stadt verkörpert Mittelalter in Reinkultur, nicht zuletzt durch die komplett erhaltene Festungsmauer. Beeindruckend ist auch die Piazza dell’Anfiteatro: Die einstige Ruine des römischen Amphitheaters ist mittlerweile mit Wohnhäusern umbaut und wird von mehreren Restaurants gesäumt. Ein Aufstieg zu einem der Aussichtspunkte sollte außerdem nicht ausgelassen werden!

Weiter nördlich in der Provinz Lucca liegen die beiden Regionen Garfagnana und Luningiana, die mit fruchtbaren Flusstälern, Bergketten, dichten Wäldern sowie ruhigen Orten, abgelegenen Kirchen, Burgen und sogar einem Küstenstreifen auf sich aufmerksam machen.

Zentraltoskana


Knotenpunkt im zentralen Teil der Toskana ist die Stadt Siena. Auch sie hat einen Großteil ihres antiken Aussehens bewahrt und besticht mit rotbraunen Backsteinbauten. Und genau wie Lucca, besitzt Siena eine exzellent erhaltene Stadtmauer.
Was den architektonischen Stil angeht, ist Siena eine Augenweide für alle, die die Bauweise aus der Gotik schätzen.

Der Palazzo Pubblico auf der Piazza del Campo

Siena steht damit in Kontrast zur Renaissance-Stadt Florenz. Bekanntester Ort ist die berühmte Piazza del Campo mit ihrem über 100 Meter hohen Torre del Mangia, dem Rathausturm. Fast alles in der Stadt ist aus Backstein erbaut, eine Ausnahme bildet der mit Marmor verkleidete, edle Dom.
Populär ist in Siena überdies der Palio di Siena, ein Pferderennen mit großer Tradition, das auf der Piazza del Campo zweimal im Jahr veranstaltet wird.

Die Städte und Gemeinden in der Umgebung von Siena sind ebenfalls ein Genuss für all diejenigen, die jahrhundertealte Bauwerke mindestens genauso schön finden wie wir. Beispielsweise lohnt sich ein Ausflug ins winzige Castello von Monteriggioni, wo man sich buchstäblich in vergangene Zeiten zurückversetzt fühlt. Das Dorf ist eine Sehenswürdigkeit für sich! Von den Wehrgängen der Stadtmauer ist die Aussicht schlichtweg fantastisch!

Unweit davon entfernt liegt die Stadt Colle di Val d’Elsa, welche sich auch für ihre Kristall- und Glasherstellung einen Namen gemacht hat. Sie ist in eine Unterstadt, die gut zum Shoppen geeignet ist und eine Oberstadt (Colle alto) unterteilt. Diese ist wiederum nochmal zweigeteilt: Die Altstadtviertel Castello und Borgo strahlen das Flair von Mittelalter und Renaissance aus. Getrennt werden sie von der mächtigen Steinbrücke des Palazzo Campana.


Eine mittelalterliche Stadt wie sie im Buche steht und (natürlich) auf einem Berg gelegen, ist Volterra. Das anfangs bereits genannte Zentrum der Alabasterverarbeitung ist weit über 2000 Jahre alt, seine Mauern halten dem Zahn der Zeit nach wie vor stand.

Zu sehen und zu erleben gibt es in Volterra einiges: Nennenswert sind die Piazza dei Priori mit großartiger Gebäudekulisse, der Dom und das dazugehörige Baptisterium, ein antikes römisches Theater oder die Medici-Festung Fortezza Medicea. Traditionell findet man überall in der Stadt Läden, in denen es Kunstwerke aus Alabaster zu kaufen gibt.

Volterra, eine der schönsten toskanischen Städte, Zentrum der Alabasterverarbeitung

Die sehenswerten Orte reihen sich in dieser Region schon fast aneinander, denn wenige Kilometer weiter nordwestlich liegt das Manhattan des Mittelalters, San Gimignano. Das unverkennbare Markenzeichen der Stadt sind die 15 Geschlechtertürme, die die Silhouette prägen. In der Vergangenheit rivalisierten sich die reichen Patrizierfamilien mit der Höhe ihrer jeweiligen Türme, von denen einst 72 existierten. In ihrem Schatten ist ein Aufenthalt in San Gimignano etwas ganz Besonderes!

Von dem Aussichtspunkt des Palazzo Pretorio in Certaldo ist die Skyline San Gimignanos sogar zu sehen. Certaldo ist ähnlich wie Colle in eine Ober- und Unterstadt aufgegliedert. Das mittelalterliche Städtchen thront auf einem Hügel, dessen Aufstieg im Sommer nicht gerade etwas für schwache Nerven ist, wenn man nicht weiß, dass es einen Aufzug gibt. Belohnt wird man auf jeden Fall mit malerischen Eindrücken und einem richtig guten Restaurant namens L’Antica Fonte.

Chianti


Wenn es um die Toskana geht, darf ein bedeutender Touristenmagnet nicht ausgelassen werden: Denn das Herz der Toskana bildet das Chianti-Gebiet, welches landschaftlich an Schönheit wohl kaum zu überbieten ist. In dieser Region leben die Menschen tatsächlich noch von traditioneller Landwirtschaft, speziell natürlich vom Weinbau.

Die Landschaft im Chianti-Gebiet ist einzigartig

Bereits die Etrusker bauten hier vor langer Zeit das altehrwürdige Getränk an. Ein einfacher Chianti oder ein „Chianti Classico“, die der DOCG-Norm für höchste Qualität entsprechen, gehören bei einer Toskana-Reise einfach mit dazu.
Die traumhafte Gegend wird neben den oft großflächigen Weinbergen von Olivenhainen und grünen Wäldern bestimmt. Inmitten der weichen Landschaftskonturen reihen sich malerische Burgen und Dörfer, die auf einen Besuch einladen.

Osttoskana


Landschaftlich wird der östliche Teil der Toskana vom Arno unterteilt, der am Monte Falterona entspringt, bis kurz vor Arezzo nach Süden verläuft und von dort aus nach Florenz Richtung Nordwesten weiter fließt. Hervorzuheben sind zudem das bewaldete Gebirgstal Casentino mit einigen sehenswerten Städtchen und antiken Klöstern sowie der Gebirgszug Pratomagno. Wanderliebhaber finden hier auf jeden Fall hervorragende Wege zur Erkundung der Natur.

Das Zentrum der Osttoskana bildet im Übrigen Arezzo. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz sorgt architektonisch mit Patrizierpalästen und Sakralbauten und einem gut erhaltenen „centro storico“ für Aufsehen. Darüber hinaus lohnt es sich, in den zahllosen Boutiquen, Antiquitäten-Geschäften und Werkstätten von Kunsthandwerkern vorbeizuschauen, für die Arezzo berühmt ist. Nicht zu vernachlässigen sind weiterhin Städte wie Poppi, Sansepolcro oder Cortona.

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Südtoskana


Südlich von Siena markiert die Provinz Grosseto entsprechend den südlichen Teil der Toskana. Sehr bekannte Städte besitzt das Gebiet nicht, Grosseto ist mit seinen rund 80.000 Einwohnern die größte.
Landschaftlich ist hingegen die Maremma am bekanntesten, das Sumpfland, das von der Etruskischen Riviera beinahe bis runter nach Rom reicht.
Die Küste der Region ist bei Touristen gleichermaßen beliebt wie das Hinterland mit Städten wie Massa Marittima, das mit seinen Palazzi und der Kathedrale auf der Piazza Garibaldi ein Meisterwerk des Mittelalters darstellt.

Palazzo Aldobrandeschi und Piazza Dante in Grosseto

Die Maremma eignet sich ebenso hervorragend für Wanderungen und Spaziergänge auf romantischen Pfaden. Dasselbe gilt für das Gebiet um den Monte Amiata.

Unbedingt besuchen sollte man bei vorhandener Zeit die südtoskanischen Thermen wie die von Saturnia oder Chianciano. Letztere liegt gleich in der Nähe vom wunderbaren Montepulciano, das für seine erlesenen Weine angesehen ist. Wer (erneut) Lust auf eine kleine Zeitreise hat, kommt mit der Abbazia San Galgano voll auf seine Kosten. Die gotische Kirche wurde von Zisterziensermönchen erbaut und steht mitten auf einer grünen Wiese in der toskanischen Landschaft. Ihre idyllische Lage wird für einige fantastische Fotos sorgen!

Die Insel Elba


In der Nähe von Piombino liegt im Tyrrhenischen Meer eine der beliebtesten Inseln der Italiener. Elba ist die größte Insel der Gruppe des Toskanischen Archipels und erlangte große Bedeutung, als Napoleon hierher verbannt wurde.

Die Hauptstadt Portoferraio im Norden lädt neben einem gemütlichen Stadtbummel und einer tollen Aussicht vom Forte Falcone auch zum Baden ein. Die bedeutsamste Ecke für den Tourismus ist jedoch der Süden, wo es mehrere herrliche Sandstrände gibt. Warum nicht auch einmal ausprobieren zu segeln? Auf der Insel sind zahlreiche Häfen verfügbar, die zum Beispiel einen Törn nach Korsika anbieten.

Felsige Landschaften und das Meer hat man auf Elba gleichermaßen

Große Gebiete von allen sieben größeren Inseln des Archipels sowie fast 60.000 Hektar Meeresfläche gehören zum Nationalpark Toskanischer Archipel. Naturschutz steht hierbei an oberster Stelle, unter anderem kann Montecristo nur nach langjähriger Voranmeldung besucht werden. Allerdings gibt es im „Parco nazionale“ sehr viele schöne Wanderwege, die vor allem im Frühling und Herbst zu empfehlen sind.

Wetter in der Toskana


Firenze
It
1.41 m/s 77 %
Leichter Regen
17.6°C
1.41 m/s 68 %
Klarer Himmel
18°C
1.36 m/s 46 %
Klarer Himmel
17.8°C
4.19 m/s N/A
Klarer Himmel
16.3°C


Anreise in die Toskana


Tausende Touristen reisen jährlich mit dem Auto in die Toskana. Von Nord- und Ostdeutschland aus geht es ab München meist über die A8/A93 und die österreichischen A12/A13 bis man die italienische A22 erreicht, die bei Modena in die A1 übergeht. Florenz zum Beispiel ist von hier aus nun sehr leicht zu erreichen. Aus dem Westen Deutschland führen die A5 und die A2 in der Schweiz inklusive Gotthardtunnel nach Mailand. Von dort geht es wieder auf die A1.

Meistbefahren ist immer noch die Route über den Brenner, die bereits nach stundenlanger Fahrt jedes Mal ein neues Erlebnis darstellt. Vorbei an den Südtiroler Bergen, großflächigen Weinbergen und dem Gardasee stimmt die Strecke auf einen traumhaften Urlaub ein. Wichtig zu beachten ist, dass die Autobahnen in der Schweiz, Österreich und Italien gebührenpflichtig sind.

Die Abtei Sant’Antimo nahe Castelnuovo dell’Abate

Eine Anreise mit dem Auto ist vor dann allem sinnvoll, wenn man viele kleine Städte und Dörfer besichtigen will. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es nämlich eher kompliziert, diese zu erreichen.

Plant man hingegen, nur in die großen Städte zu reisen, mag eine Bahnfahrt praktischer sein. Zeitlich macht es auf jeden Fall keinen großen Unterschied, ob man mit Auto oder Bahn anreist. Schneller geht es natürlich per Flug. Pisa und Florenz sind dabei die Zielflughäfen. Wer in eine der beiden Städte fliegen möchte und dann trotzdem ein Auto vor Ort haben möchte, kann sich auch einen Mietwagen* nehmen.

Urlaubsliebhaber-Fazit

Die Toskana gehört ohne Frage zu den schönsten Regionen Europas. Die Fülle an Sehenswürdigkeiten ist schier unermesslich, es gibt quasi in jedem Ort neue, faszinierende Dinge zu entdecken. Hinzu kommt eine atemberaubende Landschaft und der Urlaub ist perfekt!

Flug+Hotel in der Toskana

 

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