In Genua, der Hauptstadt Liguriens, lebt mit rund 600.000 Einwohnern fast die Hälfte der Region. In der jahrtausendealten Hafenmetropole pulsiert das städtische Leben – im weitläufigen Gassengewirr des historischen Zentrums kann man sich leichter verlieren als man denkt. Was es genau in Genua alles zu erleben gibt, erfahrt ihr jetzt!

Genau – Hafenmetropole und ligurische Hauptstadt

Bereits vor etwa 2500 Jahren wurde das heutige Stadtgebiet Genuas besiedelt. In dieser Zeit lag hier vermutlich eine kleine Hafenstadt mit Handelskontakten nach Griechenland und Süditalien. Kurz darauf verbündete sich Genua mit Rom, hatte im Weltreich allerdings nur geringe Bedeutung, nicht zuletzt weil die wichtige Handelsstraße Via Aemilia Scauri weit an der Stadt vorbeiführte.

Genuas Aufstieg begann somit erst einige Zeit später im Hochmittelalter. Die Stadt entwickelte sich zu einer wohlhabenden See- und Handelsrepublik. Auch ihr Status als erfolgreiches Finanzzentrum brachte Genua langfristig Reichtum ein.

Nebenbei bemerkt ist es in Genua immer noch üblich, regionale Ortsangaben mit den Richtungen Ponente (westlich) und Levante (südöstlich) anzugeben. Dies rührt natürlich aus der Vergangenheit als Hafenstadt.


Heute kann man vor allem in den Altstadtgassen und im Hafenviertel die dynamische Atmosphäre erleben. Edle Geschäfte werden unterbrochen von lauten Märkten, auf den großen Plätzen finden sich sowohl elegante Cafés als auch einfache, schlichte Kneipen.

Sehenswert machen Genua ebenfalls die architektonischen Attraktionen, von denen viele aus der damaligen Handelsrepublik stammen. Die zahlreichen Paläste strahlen immer noch viel Macht, Prunk und Größe aus, während Museen und Kirchen mit meisterlichen Kunstwerken auf sich aufmerksam machen.
Die historischen Bauwerke erstrecken sich über ein riesiges Gebiet, sodass das Altstadtviertel heute zu den größten Europas gehört.


Auf der anderen Seite lässt sich aber auch feststellen, dass Genua lange ein recht negatives Image anhaftete. Die Stadt galt als laut und schmutzig, gerade in den Vororten machten sich zwischen großen Industriekomplexen Verwahrlosung und kultureller Niedergang breit.

In den letzten 20 bis 30 Jahren wurde dieser Entwicklung zumindest teilweise ein Ende gesetzt, als weite Teile der ebenso heruntergekommenen Altstadt saniert und modernisiert wurden.
Zwar sieht heute bei weitem nicht alles blitzeblank aus – den etwas dekadenten Charme einer mediterranen Hafenstadt hat Genua auf jeden Fall bewahrt.
Dennoch zeigt sich das Stadtbild mittlerweile für Touristen deutlich attraktiver, weshalb Genua heute definitiv ein lohnenswertes Reiseziel darstellt.

Karte von Genua


Sehenswürdigkeiten in Genua


Die Altstadt von Genua

Das bereits erwähnte centro storico hält für Besucher ständig neue Überraschungen bereit. Im Gegensatz zu vielen anderen italienischen Städten ist die verwinkelte Altstadt nicht das Viertel angesehener, wohlhabender Bürger, in denen sich vornehme Boutiquen und Büros befinden. Stattdessen trifft man hier praktisch auf sämtliche sozialen Schichten, sodass Glanz und Verfall oft nur wenige Meter voneinander entfernt sind.

Durch die Renovierungen der letzten Jahre haben sich in den einst erneuerungsbedürftigen Gassen zahlreiche Clubs, Cafés, Galerien und andere Lokale angesiedelt, wodurch zu jeder Tageszeit eine lebhafte Stimmung entsteht.


Man kann die historische Innenstadt eigentlich schon fast als Einkaufszentrum bezeichnen. In unzähligen Straßen reiht sich ein Laden an den anderen und bezeichnend für Genua sind dabei auch alle Qualitäts- und Preisstufen vertreten. Man stößt auf schicke Modeboutiquen, Antiquitäten, Kunsthandwerk, Buchläden und vieles mehr.

Und in Anbetracht der Geschichte Genuas als Hafenstadt findet man bei einem Altstadtrundgang einen Mix aus italienischer und orientalischer Küche vor. Verschiedenste Lebensmittelgeschäfte bieten Wurst, Käse, getrocknete Feigen, Oliven oder hausgemachte Nudeln an.

Kathedrale von Genua

Genuas Kathedrale San Lorenzo wurde ab 1100 erbaut, aber erst etwa 400 Jahre später fertiggestellt. Die gotische Fassade aus dem 13. Jahrhundert wird von wertvollem Reliefschmuck, einem Rosenfenster und mehreren Löwenskulpturen geschmückt. Die vielfarbigen Gewändeportale erinnern ein kleines bisschen an den Dom von Siena.

Im prunkvollen Innenraum fällt vor allem die vergoldete Decke aus der Barockzeit auf. Sehenswert sind ebenso die Vielzahl an Kunstwerken sowie die bunten Glasfenster aus dem 19. Jahrhundert.
Ein Teil der Kathedrale kann kostenlos besichtigt werden. Sie hat von Montag bis Samstag zwischen 8:00-12:00 Uhr und 15:00-19:00 Uhr geöffnet.
An der anliegenden Via San Lorenzo befinden sich einige hübsche Läden, wo es lohnt sich, vorbeizuschauen.

Piazza De Ferrari und Palazzo Ducale

Unweit der Kathedrale etwas weiter östlich liegt mit der Piazza De Ferrari vielleicht das Zentrum der Innenstadt. Von hier gehen einige wichtige Straßen wie die Via XX Settembre ab.
Besonders reizvoll wird die Piazza durch den monumentalen Springbrunnen in der Mitte gemacht. Zusammen mit den umliegenden Gebäuden bildet er ein großartiges Ensemble beeindruckender Architektur. Dieses kommt abends vielleicht sogar noch ein bisschen besser zur Geltung, wenn der Brunnen beleuchtet wird.

Was die Bauwerke um den Brunnen angeht, verdienen beispielsweise der Palazzo della Nuova Borsa und der Palazzo Ducale eine Erwähnung. Letzterer ist natürlich nicht mit dem in Venedig zu verwechseln, auch wenn die Bauten mehr oder weniger dieselbe Funktion innehatten.

Schließlich war auch der Palast in Genua der Sitz des Dogen und fungierte generell als repräsentatives Gebäude der genuesischen Oberschicht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde er mehrfach umgebaut. Sein heutiges Erscheinungsbild prägt die prächtige klassizistische Fassade, die man von der Piazza Matteotti aus anschauen kann.

An der Nordseite der Piazza De Ferrari befindet sich mit dem Opernhaus Carlo Felice ein weiterer imposanter Bau. In Kombination mit der Reiterstatue von Giuseppe Garibaldi stellt sie ein beliebtes Fotomotiv dar.

Porto Antico – der Hafen von Genua

Der historische Hafenbezirk der Stadt hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Standen vor 20 Jahren auf dem riesigen Areal noch alte Lagerhallen und verfallene Schiffsruinen, flanieren Touristen und Einheimische heute vor modernen Fassaden an den Docks.
Einen guten Blick auf den Hafen erhält man, wenn man den verkehrsreichen Corso Aurelio Saffi hinunterläuft.

Zu verdanken ist die Neugestaltung größtenteils dem Stararchitekten Renzo Piano. Dieser war federführend in dem Projekt, mehrere Museen und eine Reihe weitere Attraktionen zu errichten. Die von Palmen umsäumte Uferpromenade hat sich in kürzester Zeit zur wohl beliebtesten Flaniermeile der Genueser entwickelt.

Das bekannteste Highlight im Porto Antico ist zweifellos das Aquarium. Die Artenvielfalt in dem Mehrwasserzoo ist gigantisch: Man kann unter anderem Haifische, Delfine, Rochen, Seelöwen oder Pinguine entdecken. Einige Wasserbecken sind zum Beispiel dem ligurischen Meer oder einem Korallenriff nachempfunden.
Es empfiehlt sich, die Tickets für das Aquarium online im Voraus zu kaufen, da sich die Wartezeit an gut besuchten Tagen auf bis zu 2 Stunden ziehen kann.

Übrigens liegt beim Acquario auch die Anlegestelle für Hafenrundfahrten. Die Fahrten starten in der Regel stündlich und dauern ungefähr 45 Minuten.

Die Umgebung des Hafens

Nach einer Hafenbesichtigung wird man unweigerlich wieder in das Straßengewirr der Altstadt eintauchen. Dabei sollte man es jedoch nicht verpassen, der kleinen anmutigen Chiesa di San Pietro in Banchi auf der gleichnamigen Piazza Banchi einen Besuch abzustatten!

Bewegt man sich zudem Richtung Norden, gelangt man folglich an den Altstadtrand, wo ab dem 16. Jahrhundert reiche Genueser damit begonnen, Prachtstraßen mit repräsentativen Palästen zu erreichen. Eine davon ist die Via Garibaldi, die ihr nobles Aussehen bis heute erhalten hat und mit zum Weltkulturerbe zählt.
Herrlich ist der Blick von den Aussichtsterrassen der Palazzi!

Urlaubsliebhaber Tipp: Wer auf der Suche nach malerischen Fotos ist, wird im östlichen Teil von Genua fündig. Der Vorort Boccadasse wirkt mit seinen bunten Häusern und den Booten wie ein kleines Fischerdorf!

Genua kulinarisch

Was das Essen angeht, finden sich in Genua nicht besonders viele Gourmet-Restaurants wie zum Beispiel in Rom. Dafür kann man in zahlreichen eher schlichten, rustikalen Trattorien für wenig Geld klassische genuesische Küche genießen.

Fast schon ein Inbegriff authentischer und regionaler Küche ist die Trattoria delle Grazie*, wo sich ein Besuch definitiv lohnt. Typische italienische Atmosphäre herrscht ebenfalls in der Taverna di Colombo*, wo es normalerweise Mehrgängemenüs gibt mit Primo Piatto, Secondo Piatto usw. Zusammen mit einem Glas Rotwein steht einem kulinarisch exzellenten Abend so nichts mehr im Weg!

Ein Ort, wo man bei einem Urlaub in Genua unbedingt vorbeischauen sollte, ist der Mercato Orientale. Gelegen an der stattlichen Via XX Settembre, ist der Markt wahrlich ein Fest für die Sinne. Vor allem vormittags entsteht in der Halle ein reges, lebhaftes Treiben, wo man zahlreiche interessante neue Eindrücke gewinnen kann.

Neben den unterschiedlichsten Obst- und Gemüsesorten stehen originelle Gewürze, Backwaren, Käse, Pestosaucen, Fisch und vieles, vieles mehr zur Auswahl. Natürlich alles frisch und in bester Qualität.
Der Markt hat außer sonntags von 7:30-19:30 Uhr geöffnet.


Vorteilhaft ist, dass der Mercato Orientale direkt auf dem Weg zur Altstadt und zum Hafen liegt. Bei einem eintägigen Ausflug nach Genua kann man in der Nähe, auf dem Parkplatz Vittoria P2, für einen geringen Preis das Auto abstellen. Mit dem Arco della Vittoria und der eindrucksvollen „grünen Treppe“ Scalinata delle Tre Caravelle wird dieser gleich von zwei Sehenswürdigkeiten umgeben.

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