Paphos ist mit gut 60.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Zyperns. Im Südwesten der Insel gelegen, wurde die gesamte Küstenstadt 1980 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Innerhalb kürzester Zeit ist aus dem idyllischen Fischerdorf eine große Touristenattraktion geworden. Warum das so ist, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Paphos – Reise ins Reich der Aphrodite


1962 rückte Paphos in den Mittelpunkt archäologischen Interesses, als ein Bauer zufällig auf Mosaiken aus der Römerzeit stieß. Von nun an gewann die Stadt nach und nach an Bedeutung. Doch die Besiedlung des Gebiets fand schon wesentlich früher statt, wahrscheinlich circa 3000 v. Chr. Die Existenz von Alt-Paphos (Palaia Paphos) ist auf jeden Fall bis ins 15. Jahrhundert v. Chr. belegt. An dieser Stelle soll der Legende nach die griechische Liebesgöttin Aphrodite dem Meer entstiegen sein. Die Badebucht um den Felsen der Aphrodite ist heute ein beliebtes Ausflugsziel, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen und den Alltag hinter sich zu lassen.

Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde dann Néa Páfos gegründet, es folgten Herrschaften unter den Ptolemäern und den Römern. In dieser Epoche erlebte Paphos seine Blütezeit – einige römische Wohnhäuser mit ihren Mosaiken sind noch heute zu besichtigen. Aufgrund von Erdbeben und Überfällen kam die Stadt allerdings nie richtig zur Ruhe, weshalb später der Ort Ktíma oberhalb der Küste angelegt wurde. Durch die Oberstadt sollte man speziell dann schlendern, wenn man die Markthalle oder mindestens eins der zahlreichen Museen besuchen möchte (z.B. Archäologisches Distriktmuseum). Heutzutage ist die Stadt aber besonders wegen der zahllosen archäologischen Funde und historischen Stätten einzigartig. 2017 wurde Paphos sogar zur Kulturhauptstadt Europas ernannt!

Sehenswürdigkeiten in Paphos


Paphos Karte

Die Königsgräber

Das vermutlich größte Highlight in Paphos sind die Königsgräber. Sie stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und wurden etwa 600 Jahre für Bestattungen genutzt. Im Mittelalter dienten einige von ihnen sogar als Wohnungen: Die Gräber wurden so in den Fels gehauen, dass sie Wohnhäuser aus der ptolemäischen Zeit nachahmten.


Etwas irreführend ist die Bezeichnung Königsgräber. Denn tatsächlich gab es zu dieser Zeit gar keine Könige mehr auf Zypern. Stattdessen wurde in den Grabanlagen die zyprische Oberschicht bestattet, vor allem also reiche Bürger und Beamte. Grabbeigaben sind so gut wie keine mehr vorhanden, da die Gräber über die Jahrhunderte hinweg immer wieder geplündert wurden.

Archäologischer Park

Eine weitere bedeutende Ausgrabungsstätte Pafos‘ ist der Archäologische Park. Das gesamte Ausgrabungsgelände wurde 1962 entdeckt und befindet sich quasi direkt am Hafen. Es umfasst circa ein Drittel der antiken Stadt und lädt zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Hauptattraktion des Gebiets sind die römischen Häuser bzw. die Fundamente davon mit ihren prächtigen Bodenmosaiken. Sehenswert sind unter anderem die Villa des Aion, des Orpheus, des Theseus und des Dionysos. Letztere besitzt eine Größe von eindrucksvollen 2000 Quadratmetern, gut ein Viertel der Fläche ist mit Mosaiken verziert.

Mosaik im Archäologischen Park

Nur noch Ruinen sind vom einst mächtigen Kastell Saranda Kolones übrig geblieben, das schon in Besitz von Königen wie Richard Löwenherz war. Weitestgehend rekonstruiert ist hingegen das römische Odeon, in dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.

Das Odeon, im Hintergrund der Leuchtturm von Paphos.

Unweit des Archäologischen Parks befindet sich ein weiteres Ruinenareal mit der Paulussäule, an der der Apostel Paulus gefesselt und ausgepeitscht worden sein soll. Verhältnismäßig gut erhalten ist zudem die byzantinische Kreuzkuppelkirche Agia Kyriaki.

Die Kirche Agia Kyriaki

Hafen und Kastell von Paphos

Das Wahrzeichen von Paphos ist das mittelalterliche Kastell direkt am Hafen. Es wurde ursprünglich zur Sicherung des Hafens von den Byzantinern erbaut, später von Venezianern zerstört 1592 von den Osmanen wieder aufgebaut. Aufgrund der exzellenten Lage gehört das Kastell zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt. Außerdem hat man vom Aussichtspunkt einen fantastischen Blick auf die Küstenlandschaft. Im Hafen selbst schaukeln sowohl kleine Fischerboote als auch einige Yachten. Gesäumt wird er von alten Lagerhäusern sowie mehreren Souvenirläden und Restaurants.

Das Kastell von Paphos

Die eigentliche Flaniermeile des „unteren Paphos“ (Káto Paphos) ist jedoch die Küstenstraße Poseidonos. Hier sammeln sich erneut zahlreiche Souvenirgeschäfte, Cafés, Restaurants, Schmuckgeschäfte, Hotels und vieles mehr. Dazu hat man eine fabelhafte Aussicht auf den malerischen Hafen und das türkische Kastell.

Wetter in Paphos


Paphos
3.81 m/s 34 %
Klarer Himmel
25.7°C
4.71 m/s 50 %
Klarer Himmel
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5.92 m/s 54 %
Klarer Himmel
26.5°C
5.21 m/s 50 %
Klarer Himmel
26.4°C
5.01 m/s N/A
Klarer Himmel
30.2°C

Strände und Bademöglichkeiten in Paphos


Im zentralen Stadtgebiet gibt es praktisch keine beziehungsweise nur kleine, aufgeschüttete Strände. Folgt man allerdings der Poseidonos Straße Richtung Süden, erreicht man den Strand von Geroskípou. Hier gibt es auch einen schön angelegten Wasserpark mit riesigen Wasserrutschen. Noch weiter südlich kann man auch den weiter oben erwähnten Strand um das Aphrodite-Heiligtum Petra Tou Romiou besuchen.

Den wahrscheinlich schönsten Strand in der Umgebung von Paphos findet man etwa 10 Kilometer nördlich in der Stadt Peyia. Der Coral Bay bietet wunderschöne Sandbuchten – man kann bei einer Reise nach Paphos also auf jeden Fall einen Tag am Meer einplanen. Zum Coral Bay verkehren regelmäßig Linienbusse. Noch weiter im Norden ist die Lára-Bucht ein großartiges Ausflugsziel, nicht zuletzt, weil dort Meeresschildkröten ihre Eier ablegen.

Flüge nach Paphos

 

Urlaubsliebhaber-Fazit

Paphos ist 2017 nicht umsonst zur Kulturhauptstadt Europas gekürt worden. Die Stadt überzeugt mit einem riesigen historischen Erbe, einem bunten Treiben in den Gassen der Altstadt und natürlich durch die fantastische Lage an der Küste!

Flug+Hotel in Paphos

 

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